Sonntag, 15. Oktober 2017

Nasse Füße

Die sönntägliche Paddeltour konnte erst gegen Halbvier starten. Der Neckar war voller Stocherkähne - sogar oberhalb des Anlegers, wohin ich gleich steuerte, begegneten mir noch fünf Kähne.


Ich trug das Boot über das erste Wehr und befand mich danach im Stocherkahnfreien Bereich. Allerdings war der Neckar dort auch außerordentlich seicht. Ich stellte mit Erschrecken fest, dass ich diesen Abschnitt in diesem Jahr noch kein einziges Mal gepaddelt bin. Früher gehörte er zu meinen Standardrouten.


Um so aufmerksamer achtete ich auf die vielen kleinen Veränderungen, die das eine oder andere Hochwasser verursacht hat (es waren wenige). Ich stakte bis zum zweiten Wehr, arbeitete mich den kleinen Schwall dort hoch und stieg aus um das obligatorische Foto zu machen. Dabei bekam ich nasse Füsse.


Auf dem Rückweg begegneten mir Luna und Kilian, die das erste Wehr mit ihren Plastikkajaks hinunter rutschten. Ich trug wieder. Inzwischen hatte ich ja schon nasse Füße und musste nicht so sehr aufpassen.

Zur Feier des Tages wollte ich auf dem Rückweg durch die Stadt ein Eis essen. Alle Eisdielen, an denen ich vorbei kam, waren geschlossen. Erst am Ende der Mühlstraße bekam ich ein leckeres Softeis.

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Vorsätze und Bedingungen

Bei diesem blendenden Wetter fällt es nicht schwer gute Vorsätze einzuhalten.


Ich habe es so eingerichtet, dass ich so frühzeitig Feierabend gemacht habe um schon um 15:00 Uhr in Tübingen zu sein. Wenn es Winter ist, ist es um die Zeit gerade noch hell genug für eine Neckarinselrunde.

Die Sonne schien und die Temperaturen waren Spätsommerlich.

Da unser Bootshaus nicht auf Wintertraining ausgelegt ist (auch wenn wir erfreulich viel Winterfahrten unternehmen trainiert im Winter - außer im Hallenbad - niemand ernsthaft) muss ich es mir so einrichten, dass dort stets Wechselklamotten lagern. Die dicke Fleece-Latzhose hänge ich wieder unter das Bootsregal (damit sich die Mäuse nicht darin einrichten) und ein paar übergroße Neoprentreter werden irgendwo deponiert, in die ich dann mit dicken Socken gut hinein passe. Und den kleinen Hocker stelle ich wieder vor die Werkbank damit ich mich beim Umziehen nicht verrenken muss.


Ich frage mich, wie lange wohl dieses schwere GFK-Boot auf der Uferböschung liegen bleiben wird. Wenn ich so einen Panzer hätte würde ich es auch an so einer Stelle an einen Baum ketten. Aber ich fürchte unser Ordnungsamt findet das auf längere Sicht nicht in Ordnung.


Als ich wieder ans Bootshaus kam traf ich Julia und Roland. Sie werden am Wochenende eine Fahrt in den Rheinauen unternehmen und Julia will sich eins meine Soloboote ausleihen. Gerade jetzt sind sie mit dem eben wieder eingelagerten Independence und dem Dagger Sojourn auf dem Neckar unterwegs um sich klar zu werden, welches Boot sie mitnehmen werden.

Sonntag, 8. Oktober 2017

Trainingsauftakt


Als ich mich gestern mit Rolf in Meersburg getroffen habe, haben wir uns aus gegebenem Anlass über die gesundheitlichen Risiken von Männern in unserem Alter unterhalten. Die Ärzte in der Reha-Klinik, in der er sich seit einer Woche aufhält, empfehlen ihm ein Trainingspensum, das ich seit Monaten nicht einmal ansatzweise erreiche. Selbst wenn ich mir fest vornehme künftig mindestens zweimal die Woche Trainingstouren auf dem Neckar zu paddeln bleibe ich unter dem geforderten Niveau.


Ich nehme mir das trotzdem vor. Solange der Neckar eisfrei ist werde ich in diesem Herbst und Winter aufs Wasser gehen. Jetzt werden ja auch schon die ersten Stocherkähne eingelagert und es kann nicht mehr lange dauern bis der Bootsverleiher seine Flotte Ruder- und Tretboote, die drei Canadier und (neuerdings) auch Stand-Up-Boards für den Winter ins Lager befördert.


Dann habe ich den Neckar wieder für mich und mein Boot, das Federvieh und die wenigen bekannten Enthusiasten, die sich auch bei kalter Witterung ihre Runden ziehen. Viele sind es nicht.

Bei dieser Aussicht graut mir gar nicht mehr so sehr vor der nun kommenden kalten Jahreszeit.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Zwei Kilometer Erms

In der Nacht hat es heftig geregnet. Am Morgen zeichneten sich akzeptable Pegel auf unterschiedlichen Bächen ab. Wir hätten sowohl Eyach als auch Steinlach sowie die Erms paddeln können. Wir entschieden uns für die Erms...
...und dafür uns erst um Halbzwei zutreffen. Das war ein Fehler. Denn so schnell die Pegel hoch geschnellt waren, so schnell fielen sie auch wieder. So kam es, dass der großartige Ermspegel vom Vormittag nun am Mittag schon wieder auf 58cm abgesunken war.

Wir wollten die Paddeltour nicht abblasen und entschieden uns dafür gerade mal die letzten zwei Kilometer ab dem erneuerten Wehr bis Neckartenzlingen zu paddeln.


Auf diesem Abschnitt bietet die Erms, die ein Naturdenkmal darstelle, wie uns eine Spaziergängerin mitteilte, zahlreich Kehrwasser und kleine Surfwellen, mit denen wir uns ausgiebig beschäftigten.


Mich beschäftigte meine Winterausrüstung, die sich als zu voluminös für das für sommerliche Neoprenklamotten ausgefittete Boot erwies. Mir schliefen die Beine ein, die ich kaum in den Bulkhead bekam. Ich muss wohl Änderungen vornehmen.

Unter anderem werde ich die festen Stiefel nur noch dann anziehen, wenn das unumgänglich ist. In die dicke teure Kwark-Hose muss ich wohl in den Kniekehlen ein Loch schneiden damit sie die Durchblutung nicht länger abschnürt.

Wir hatten trotz dieser Schwierigkeiten viel Spass auf dem kurzen Erms-Abschnitt, der bei diesem Pegel einen idealen Übungsparcours für Anfänger bildet. Wir werden ihn wohl noch häufiger bei so niedrigem Pegel paddeln.


Nach der Fahrt gab es in Neckartenzlingen noch ein Eis bevor wir uns weiteren Vergnügungen zuwandten für die an diesem überraschend sonnigen Nachmittag nun doch noch Zeit war.

Freitag, 29. September 2017

Paddelnovize


Heute wurde Jesko ins Paddeln eingeführt. Birte und Karsten werden sich wohl daran gewöhnen müssen künftig etwas häufiger Canadier zu paddeln. Es gibt schlimmeres.


Jesko hat der kurze Ausflug Spaß gemacht. Uns auch. Das Wetter hat noch einmal richtig mit gemacht. Wer weiß, wie lange es noch so sonnig und mild bleibt.


Sonntag, 24. September 2017

Alles beim Alten


In Tübingen scheint alles beim Alten geblieben zu sein während ich mich zwei Wochen im europäischen Norden herumgetrieben habe. Nicht beim Alten geblieben sind meine Prioritäten. Ich habe erst früh morgens eine Inspektionsfahrt in den Garten unternommen bevor ich am Mittag mit Røskva eine Neckarinselrunde unternommen habe.


Morgens war es noch reichlich frisch. Ich habe zunächst ein Feuerchen im Ofen des Gartenhäuschens angemacht. Dann kam aber bald die Sonne raus und der Garten präsentierte sich in ersten Herbstfarben.

Der Neckar dagegen war mittags - als es bereits warm geworden war - von Stocherkähnen, Ruder- und Tretbooten übersät. Røskva und ich haben uns zwischen diese Vehikeln hindurch geschlängelt. Das Wasser war klar und durchsichtig - es scheint einige Zeit nicht mehr geregnet zu haben. Der niedrige Pegel weißt auch darauf hin. Nun hoffe ich, dass mit dem einsetzenden Herbst auch Regen kommt, so dass wir in Bälde wieder die kleinen Nebenflüsse befahren können.

Donnerstag, 7. September 2017

Und noch ein letztes Mal...


...fuhren wir Dienstag zum Biergarten. Diese neue Trainingsform hat sich in den letzten beiden Wochen eingebürgert. Es fiel mir leicht mich daran zu gewöhnen. Nun findet sie doch gleich (zumindest für mich) ihr Ende weil es morgen in den Urlaub geht.


Ich verabschiede mich für die nächsten zwei Wochen. Vermutlich werde ich keine Kanutour in Dänemark unternehmen. Es sei denn mit einem dieser Alucanadier, mit denen man auf dem Ribe-Å die Stadt umrunden kann. Davon berichte ich dann.


Sonntag, 3. September 2017

Nochmal Biergarten

Beim Training am Freitag (Bilder) war entschieden worden am heutigen Sonntag eine "spritzige" Wanderfahrt auf der Nagold zu veranstalten. Regen war angekündigt worden. Wir waren guter Dinge einen passablen Pegel vorzufinden. Doch leider blieb der Regen aus. Wir mussten umdisponieren. Nicht mal die sonst so gut befahrbaren Abschnitte des Neckars haben genug Wasser. Unterhalb der Wehre ist Wasserwandern zu Fuß erforderlich. Es kommt unweigerlich zu Grundkontakt. die Boote leiden.

Wir entschieden uns deshalb für eine morgendliche Neckarinselrunde mit "Frühschoppen" im Biergarten.


Auf dem oberen Bild sind zweieinhalb meiner Boote (und ein halbes von Rolf) zu erkennen. Bei der letzten Biergartenfahrt waren drei meiner Boote auf dem Wasser und beim Training am Freitag waren es zwei.


Dennoch sehe ich mich genötigt weitere Boote zu verkaufen - auch wenn sie von den Paddelfreunden gerne genutzt werden (ich leihe sie ja auch gerne aus) wird es nicht gerne gesehen, dass sie wertvollen Bootslagerplatz im Bootshaus belegen.


Wir steuerten zunächst die Steinlachmündung an, in die wir so tief es eben ging hinein fuhren. Schließlich wollten wir zumindest ansatzweise bewegtes Wasser erleben. Nachdem wir von dem plätschernden Minischwall der Steinlach genug hatten wandten wir uns wieder dem Neckar zu.


Der Biergarten hatte gerade erst aufgemacht. Wir konnten uns die besten Plätze aussuchen und blieben da eine ganze Weile sitzen. Das Wetter war gut die Konversation nett, das Servicepersonal ebenfalls und Getränke und Speisen entsprachen auch unseren Erwartungen.


Später am Bootshaus setzten wir uns dann auch noch einmal in die Sonne. Es wurde weiter geplaudert und Paddelpläne geschmiedet. Mit dem Herbst kommt hoffentlich auch wieder Wasser auf die Flüsse. Dann muss man sich eben etwas wärmer anziehen, aber gepaddelt werden kann fast das ganze Jahr.

Dienstag, 29. August 2017

Biergartenfahrt

Mit Rolf hatte ich gestern schon vereinbart, dass wir am Abend eine kleine Neckarinselrunde paddeln wollten. Im Lauf des heutigen Vormittags hatte ich dann noch einen Besuch des Biergartens am Neckar ins Gespräch gebracht.


Über unterschiedliche Kanäle kamen noch einige Mitstreiterinnen für dieses Unternehmen hinzu, ...


...so dass wir schließlich mit drei Solocanadiern, einem Tandemkanu und einem Kajak unterwegs waren.

Wir paddelten neckarabwärts, vorbei am Hölderlinturm, vor dem eine prachtvolle Trauerweide steht hinunter zum Neckarmüller, wo wir die Boote an dem engen kleinen Anleger vertauten, über das kindersichere Geländer kletterten und uns Wurstsalat und Getränke holten.

Dann ließen wir uns an einem freien Tisch nieder, plauderten eifrig und vergaßen dabei die Zeit. Es dämmerte schon als wir wieder aufbrachen.


Schließlich kamen wir im Dunkeln zurück ans Bootshaus, wo wir die Boote einlagerten und die, die es eilig hatten (Hunderunde, morgen in Urlaub,...), brachen sofort auf.
Die anderen sitzen vermutlich immer noch in der lauen Sommernachtsluft, lassen sich von Fledermäusen umschwirren und plaudern über die bevorstehende Bundestagswahl, Barcodescanner, Tübinger Professorenschaft und Reutlinger Lokalpolitiker (die neuerdings in Tübinger Stocherkähnen unterwegs sind).
Nett wars. Und - wie es scheint - einer der letzten schönen Sommerabende. Den haben wir richtig gut genutzt.


Montag, 28. August 2017

Lechwochenende

Norbert und Lutz hatten ein "Anfängerwochenende" am Lech ausgeschrieben und ich habe mich mal angemeldet (ich behaupte ja nicht, dass ich Anfänger bin, aber ich lerne immer noch etwas dazu).

Morgens um sechs fuhren wir am Samstag zu fünft los, frühstückten unterwegs in Memmingen und kamen trotz Stau an der Grenze einigermaßen pünktlich in Häselgehr an. Dort wurde das Auto ausgeladen, Die Autoinsassen dazu verdonnert die Zelte aufzubauen und ich fuhr das Vehikel hinunter zur Aussatzstelle bei der Brücke nach Hinterhornbach.

Dann gings zurück zum Campingplatz "Rudi", der von Volker betrieben wird (Rudi ist offenbar der Vater), wir zogen uns um, bildeten zwei Gruppen und paddelten los.

Von diesem ersten Tag habe ich keine Bilder weil meine Kamera im Auto liegen gelassen habe. Rolf hat allerhand Bilder und Videos angefertigt. Eins davon zeigt eine einigermaßen gelungene Jet-Ferry über eine glatte Stromzunge, an der wir ziemlich lange geübt haben.

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Ab und an kam es zu Kenterungen, aber die "Anfänger/innen" sind aus zähem Holz geschnitzt. Mensch und Material wurden stets zügig geborgen, alles sortiert und dann wurde weiter geübt. Das Wetter war ja auch blendend (das Wasser allerdings richtig kalt!)


Zurück am Campingplatz wurde ein Grillabend vorbereitet. Wir beiden Senioren zogen es vor Essen zu gehen. Unsere Wahl fiel auf den Schwarzen Adler zweieinhalb Dörfer flussauf. Anschließend warfen wir noch einen Blick in den Lech oberhalb von Stockach.

Dieser Blick war sehr ernüchternd. Der Pegel war so niedrig, dass aus der dort unterhalb der Brücke liegenden Stufe lauter Steine hervor ragten, die sie nur unter großen Materialopfern befahr erscheinen ließ. Wir plädierten - zurück am Campingplatz - für die erneute Befahrung des unteren Abschnitts, der bei diesem niedrigen Pegel durchaus spaßig ist weil jede Schwelle Kehrwasser und Wellen bietet, die sonst eher überspült sind.

Morgens nach dem Frühstück wurden also wieder Autos versetzt, wir zogen uns um und paddelten in der gleichen Gruppenkonstellation wie am Vortag los. Erneut hatten wir wieder richtig viel Spaß obwohl wir etwas wenige exzessiv übten.


An einer Spielstelle fand Rolf die Reste eines alten GFK-Kajaks. Andere Stellen wurden gründlich besichtigt bevor wir uns eine/r nach der/dem anderen hinunter wagten. Manchmal stand jemand mit dem Wurfsack unten und wartete bis alle durch waren.


Im nachfolgenden kurzen Filmchen ist Rolf bei der Befahrung einer Engstelle mit mächtig hohen Wellen zu sehen. An dieser Stelle hielten wir uns lange auf und einige fuhren sie mehrfach.

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Kurz hinter dem Naturschutz-zentrum auf der neuen Brücke nach Klimm befindet sich eine Walze, die ebenfalls das eine oder andere Opfer forderte. Die Gekenterten namens gelassen. Die Boote wurden geleert, man stieg wieder ein und paddelte weiter.


An einer Stelle begegneten uns zwei Tandemcanadier. Aus einem heraus erkundigten sich die betagten Stechpaddler, ob wohl noch schwierige Stellen zu erwarten seien. Obwohl ich den weiteren Verlauf nicht kenne bestätigte ich das möglichst glaubhaft.

Ich wies zudem darauf hin, dass Schwimmwesten hilfreich seien. Den mir hierauf entgegengebrachten Missmut wollte ich nicht noch mit einer Bemerkung über die segensreiche Wirkung von Wildwasserhelmen potenzieren. Ich verkniff mir weitere Belehrungen obwohl mir unbegreiflich bleibt wie man einen unbekannten Alpenfluss im Wandercanadier ohne Sicherheitsausrüstung und mit gefährlichen Spritzdecken paddeln kann.

An der Ausstiegstelle angekommen zogen wir uns um, verluden die Boote und fuhren zum Café "Treibholz" wo wir Kaffee und Kuchen zu uns nahmen und vom Wirt hilfreiche Hinweise zur Umfahrung des Grenzstaus bekamen. Der ließ dann auch tatsächlich vermeiden.

Auf dem Campingplatz wurden bei einsetzendem Regen hektisch die Zelte abgebaut, eine hastige Verabschiedungsrunde folgte und dann brachen wir zu einer vergnüglichen Heimfahrt durch das Tannheimer Tal auf. Um Acht am Abend waren wir schon wieder in Tübingen.